Auftritte von Christian Döbereiner

Meister der Viola da Gamba, Cembalo, Cello und Dirigent
Geboren am 02.04.1874 in Wunsiedel, gestorben am 14.01.1961 in München

18.11.1905 Erste Veranstaltung der von Christian Döbereiner mitbegründeten "Vereinigung für Alte Musik" in München. Aufgeführt wurde insbesondere die Sonate in E-Moll für Viola da Gamba von Karl Friedrich Abel. Zuvor wurde diese Sonate lange Zeit nur auf einem Cello gespielt.
1907 Johann Sebastian Bach's Matthäuspassion wurde unter dem Dirigat von Felix Mottl zum ersten Mal in München ungekürzt aufgeführt, wobei Christian Döbereiner die "Aria per Viola da Gamba e Basso "Komm süsses Kreuz" zum ersten Mal seit Bach´s Zeiten in Originalbesetzung spielte.
Seit 1910 wirkte Christian Döbereiner als Solist (Viola da Gamba) bei fast allen Bachfesten der Neün Bachgesellschaft (Sitz Leipzig) mit.
11.1911 Christian Döbereiner brachte das "Sechste Brandenburgische Conzert" von J. S. Bach für zwei Violen da Braccio, zwei Violen da Gamba, Violoncello, Violone (Basso) und Cembalo zum ersten Mal in Originalbesetzung zur Aufführung.
10.11.1916 Aufführung des Konzertes für Viola da Gamba mit Streichquintett, zwei Hörner und Cembalo von Giuseppe Tartini, das Christian Döbereiner von D-Dur nach G-Dur transponierte.
05.1918 Aufführung des Concerto grosso H-Moll für 4 Solo-Violinen mit Streichorchester von Antonio Vivaldi und dessen Bearbeitung von J. S. Bach für 4 Klaviere.
10.1918 Aufführung folgender Kompositionen von J. S. Bach: Violinkonzert in D-Moll mit Streichorchester und Cembalo, das 4. Brandenburgische Konzert und die Suite in C Nr. 3 für Cello.
12.1919 Aufführung des Konzertes für 3 Klaviere und Streichorchester in C-Dur und die Ouverture der Oper "Agrippina" von Händel
11.1920 Aufführung des Concerto grosso in F-Dur für Streichorchester, Obön, Fagott von Händel, die sog. "Baürnkantate" von J. S. Bach, die Trio-Sonate op.2 Nr. 7 von Dietrich Buxtehude sowie eine Sonate für Gambe von August Kühnel. Zu diesem Konzert schrieb Alfred Einstein am 11. Nov. 1920 in der Münchner Post Nr. 43: Ein ganz seltener und ungetrübter Genuss war, was ich von dem "Konzert für Alte Musik hörte. Döbereiner liess sich nicht abhalten, das Concerto grosso in F-Dur zu wiederholen, mit dem Bruno Walter die diesjährige Serie der Akademiekonzerte eröffnet hatte. Um die Wahrheit zu sagen, es war wie eine Rehabilitation dieser herrlichen, farbenreichen Musik, dadurch, dass Obö und Fagott an richtiger Stelle dominierten, dass der damals herausfordernde Klang der Streicher zurückgedrängt war, dass die gewollte Transposition ins Monumentale wieder ins richtige Kammermusikalische zurückgeführt war.
11.1922 Nochmals Gegenüberstellung des Concerto grosso H-Moll für 4 Sologeigen von Vivaldi mit dem von diesem inspirierten Bach’schen Konzert für 4 Cembali , ferner Sonate in G für 2 Violinen, Viola da Gamba, Cembalo und Kontrabass von Joh. Kaspar Kerll, Concert für Violine, Viola da Gamba und Continuo von G. Ph. Telemann, Concerto Nr. 1 in G für Orgel und Orchester (mit Cembalo) und das Concerto grosso op. Nr. 4 in F-Dur (Streichorchester, Obön, Fagott und 2 Cembali) je von Gg. Fr. Händel.
1921/1922 Auf die Initiative von Christian Döbereiner wurde an der Staatlichen Akademie der Tonkunst in München als erste aller Musikhochschulen das Lehrfach "Alte Instrumente und Alte Kammermusik" eingeführt.
09.1924 An zwei Abenden brachte Christian Döbereiner die Sechs Brandenburgischen Concerte zum ersten Mal als Zyklus in Originalbesetzung zum Erklingen sowie die Sinfonia, Rezitativ und Arie aus der Kantate "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes"
04.1925 Christian Döbereiner am Cembalo: dazu die Münchner Zeitung Nr. 95 v. 06.04.1925: Die Wiedererweckung von Händels Oratorium "Isräl in Aegypten" durch die Konzertgesellschaft für Chorgesang und Christian Döbereiner am Cembalo gebührt höchstes Lob. "Münchner Neuste Nachrichten Nr. 101 v. 12.04.1925: Händels "Isräl in Aegypten" "Besonderes Lob verdienen" und Christian Döbereiner, der diesmal das Cembalo und zwar mit prächtiger Klangwirkung bediente.
09.1925 Christian Döbereiner veranstaltete und leitete das I. Münchner Bachfest an drei Abenden. Es kamen u. a. zur Aufführung: Sechs Brandenburgische Konzerte 2. Konzert für 2 Cembali in C-Dur mit Streichorchester Konzert A-Moll für 4 Cembali und Streichorchester in Gegenüberstellung mit dem Konzert in H-Moll für 4 Violinen und Streichorchester von Vivaldi Konzert in C-Dur für 3 Cembali und Streichorchester Kantate No. 152 "Tritt auf die Glaubensbahn" Concerto für Flöte, Obö d’amore, Viola da Gamba, Sopran und Bass Arie "Beglückte Herde" aus der Kantate "Du Hirte Isräl, höre" Präludium und Fuge in A-Moll Vorspiel zur Kantate No. 106 "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" Kantate "Schweiget stille, plaudert nicht" Baürnkantate "Mer hahn en neü Oberkeet" Kantate: "Weichet nur betrübte Schatten" Sowie Buxtehude: Sonate in A-Moll opus 1 Nr. 3 Telemann: Sonate a 4 (G-Dur) und drei Arien Usw.
05.1927 Auf Initiative von Christian Döbereiner wurde das 15. Deutsche Bach - Fest der Neün Bachgesellschaft (Leipzig) in München abgehalten.
Dazu aus Presseberichten:
Leipziger Neuste Nachrichten Nr. 155 vom 04.06.1927: "Musikalisch kristallisierten sich zwei geradezu kolossale Höhepunkte heraus. Das Morgenkonzert, in dem Christian Döbereiner die Instrumentalmusik in der alten Besetzung zum Siege führte und das wahrhaft erschütternde Erlebnis der Johannespassion, die unter der alle mitreißenden Stabführung von Hans Knappertsbusch erklang."
Abendblatt der Frankfurter Zeitung Nr. 465 vom 25.06.1927: "Ganz harmonisch verlief eigentlich nur die Kammermusik unter Leitung Christian Döbereiner’s. Die Brandenburgischen Konzerte II, III und VI waren in ihrer Frische, Klarheit, Freudigkeit ebenso Geist vom Geiste Bach’s wie das aristokratische Klangspiel des Konzertes für 3 Cembali" (Autor: Alfred Einstein)
Münchner Zeitung Nr. 153 vom 07.06.1927: "Ein Erlebnis wahrhaft künstlerischer Art bedeutete die Vorführung der 3. Sonate für Viola da Gamba und Cembalo durch Döbereiner".
1928 Juni Nürnberger Bachfest
Dazu aus Presseberichten:
Allgemeine Zeitung Berlin Nr. 34/35 vom 24.08.1928: "Einen geradezu enthusiastischen Beifall, wie man ihn in Nürnberg nach Bach bisher kaum hörte, erzielte Christian Döbereiner, der ebenso stilsichere wie umsichtige Dirigent der beiden Kammermusiken im altehrwürdigen Rathaussaal"
Hamburger Fremdenblatt Nr. 203 vom 23.07.1928 (Abendausgabe): "Christian Döbereiner, München, der fast den gesamten instrumentalen Teil in den Händen hatte und ihn zu unüberbietbaren Höhepunkten des Ganzen gestaltete."
Berliner Tageblatt Nr. 366 v. 18.07.1928: "Die 'Kleine' und die 'Grosse Kammermusik', beide von Döbereiner geleitet, fanden im würdigen Rathaussaal statt. In der ersteren glänzte das "Münchner Döbereiner-Trio für alte Musik" durch köstliches Musizieren. Den Glanzpunkt der 'Grossen Kammermusik', die überhaupt der Höhepunkt der ganzen Veranstaltung war, bildeten das 5. und 2. Brandenburgische Konzert."
07.1934 Der "Münchner Bach-Verein" unter den Dirigenten Carl Orff und Christian Döbereiner veranstaltete ein Sommerfest im Schloss Nymphenburg: u.a. J. S. Bach: "Drama per Musica: Hercules auf dem Scheidewege" und die "Comische Cantate: Schlendrian mit seiner Tochter Liesgen", genannt auch "Caffee-Cantate" in szenischer Form. Wiederholung dieser Veranstaltung beim Münchener Bach-Fest 1935.
10.1936 Christian Döbereiner brachte als Dirigent des Münchner Bach-Vereins Werke von J. S. Bach, Antonio Vivaldi, Franz Xaver Richter, Johann Stamitz, Johann Christian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart zur Wiedergabe. Ferner spielte er zum 1. Mal seit urdenklichen Zeiten das Baryton, nämlich im Divertimento für Baryton, Viola und Bass von Joseph Haydn.

Letzte Aktualisierung: 28.09.2004
© Klaus Döbereiner, München